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Der Sinn des Lebens ist…

Der Anfang eines jeden Jahres eignet sich gut für die drei großen existenziellen Fragen: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens?

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Woher kommen die Antworten darauf? Wir sind neugierig und wollen die Welt verstehen. Die Religionen hielten schon immer Antworten bereit. Dabei fand jede der über 3000 Religionen irgendwie andere Antworten.

Nehmen wir die Frage nach dem Sinn des Lebens:

Kann es sein, dass ich nur die Existenz „meines“ Gottes und seiner Liebe für mich anzuerkennen brauche, damit ich später ein ewiges Leben in einer Stadt aus Gold und Edelsteinen habe und im Chor den Schöpfer loben darf? Erwartet mich ansonsten nach meinem Tod ewiges Inferno?

Oder kann es sein, dass ich mich „meinem“ Gott zu Lebzeiten unterwerfen muss, um nach dem Tod ein ewiges Höllenfeuer zu vermeiden? Bekomme ich für meine Unterwürfigkeit post-Mortem eine Dauer-Party, in der ich (als hetero Mann) allen sexuellen und alkoholischen Phantasien nachkommen darf?

Oder ist meine Existenz auf Erden nur eine Ansammlung von Nöten, Gelüsten und nutzlosen Ablenkungen, die ich zu überwinden lernen muss, um später ins erlösende Nirwana zu gelangen? Warten auf mich ansonsten ewige Wiedergeburt und leidvolle Leben?

Keine dieser Aussagen ist nachprüfbar. Wir lassen sie im Raum stehen. Jeder von uns ist frei, zu glauben, was er oder sie  möchte.

Auch die Wissenschaften bieten uns zum Sinn des Lebens Antworten:

Der Sinn Deines Lebens ist Dein Leben – und was Du daraus machst.

Der Sinn allen Lebens ist – das Leben, und natürlich seine erfolgreiche Fortsetzung und ständige Weiterentwicklung.

Jede Weiterentwicklung der Natur basiert auf Versuch und Irrtum. Deshalb gehören notwendigerweise auch Fehlentwicklungen dazu. Die lernen wir entweder zu überwinden – oder die Natur geht andere Wege. Über 99% aller Arten sind ausgestorben.

Die Charta der UNO Menschenrechte beispielsweise ist das direkte Ergebnis der juristischen Überwindung der NS Verbrecher. An ihren eigenen Gesetzen gemessen, handelten die nämlich rechtmäßig. Erst die Proklamation der Rechte aller Menschen ermöglichte die Verurteilungen von Nürnberg.

Was ist der Sinn der guten Menschen? Für sie selbst: dass es sie gibt. Für Uns: Damit sie ein menschenwürdiges Leben für Alle fördern. Der Sinn der schlechten Menschen? Für sie selbst: dass es sie gibt. Für Uns: Damit wir lernen, menschenwürdiges Leben für Alle immer besser zu ermöglichen. Der Sinn der Krankheitserreger und Katastrophen? Für sie selbst: dass es sie gibt. Für Uns: Damit wir lernen, das Leben immer besser zu bewahren.

Insofern ist der Sinn des Lebens auch – das unaufhörliche Lernen.

Martin Gillo

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